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Nicht-Wissen-Wollen im Wirrwarr der Ideologien

Freitag, 13. September 2024 - 19:30 Uhr
Jüdischer Salon im Grünen Salon an der Volksbühne
Rosa-Luxemburg-Platz 2

Nicht-Wissen-Wollen im Wirrwarr der Ideologien

Ein Gespräch mit dem Psychoanalytiker und Historiker Eran Rolnik


Trotz seiner tiefen Einschreibung in die Moderne beansprucht der Antisemitismus immer wieder den Platz eines Phantoms oder einer Metapher im Kopf, selbst wenn er einem unter die Nase gerieben wird; als wäre er durch eine hartnäckige Gedächtnisstörung vom Bewusstsein abgeschirmt. Mir kommen die Worte von Sigmund Freud in den Sinn, als er zum ersten Mal vor der Akropolis stand: »Das alles existiert also wirklich, so wie wir es in der Schule gelernt haben!« (Freud, 1936). 

Die Realität von Antisemitismus wird oft von Zweifeln begleitet oder kurzzeitig, am besten im Nachhinein, als Relikt aus der Vergangenheit erkannt, ja als etwas, das man »in der Schule gelernt« hat. Können die Ereignisse des 7. Oktober 2023 neue Perspektiven für manche seelische und gesellschaftliche Funktionen dieses Phänomens verschaffen? Weist der zeitgenössische Juden Hass auf eine neue Form von individuellen und kulturellen hyper-technologischen Nicht-Wissen-Wollen hin?

 

Eran Rolnik ist Psychoanalytiker, Psychiater und Historiker. Dozent an der Tel-Aviv Universität und Ärztlicher Direktor des Office for Personal Compensation from Germany. In Israel ist er für sein beharrliches Engagement bekannt, die Öffentlichkeit für den Wert psychoanalytischen Denkens zu sensibilisieren, insbesondere für das Verstehen der sozialen und politischen Realität. Seine Artikel erscheinen in der Haaretz. Angesichts der internationalen Reaktionen auf den 7. Oktober kritisierte er die Unfähigkeit vieler Linker, auf die Gräueltaten der Hamas emotional und moralisch adäquat zu reagieren. Anfang November 2023 sorgte er für Aufsehen, als er in einem offenen Brief publik machte, aufgrund seiner kritischen Artikel über Benjamin Netanjahu von der National Service Commission verhört worden zu sein. Seine Studie Freud auf Hebräisch. Geschichte der Psychoanalyse im jüdischen Palästina (Vandenhoeck & Ruprecht, 2013) wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt; zuletzt erschien Redekur – Psychoanalyse verstehen (Brandes & Apsel, 2023).


Der Jüdische Salon im Grünen Salon ist ein Projekt der KIgA e.V. (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus)

Förderer

Alfred Landecker Foundation

Berliner Sparkasse

 


Tickets

Der Umzug in den Grünen Salon, sprich in die Volksbühne - eine öffentliche Einrichtung -  bringt mit sich, dass wir angehalten werden, einen Kostenbeitrag zu erheben. Die Tickets kosten 5€.

Anmeldung unter der Email info@salon-ich.berlin oder über den Ticketverkauf der Volksbühne


 

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